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Schulprogramm
Geschrieben von: Benedikt Krahn   
Sonntag, den 30. November 2008 um 01:00 Uhr

Schulprogramm

Hildegardis-Schule Bochum

"Die drei Grundsteine des Lernens"

 

Die 1860 gegründete Schule ist seit 1916 nach Hildegard von Bingen (1098-1179) benannt. Das Schulwappen nennt unter dem Motto "Sci vias" ("Wisse die Wege!"), das den Titel einer der Hauptschriften Hildegards in verkürzter Form zitiert, als ‘Grundsteine des Lernens’ Wissenschaftsorientierung (scientia), Befähigung zu selbstkontrollierter sachorientierter Arbeitsweise und -haltung (disciplina) sowie Vermittlung humaner und sozialer Kompetenz (bonitas).

scientia

Wissenschaftsorientierung und die Grundlegung wissenschaftspropädeutischen Lernens im Fachunterricht der Sekundarstufe I bilden die Basis der wissenschaftspropädeutischen Ausbildung in der Sekundarstufe II. Fächerübergreifendes Lernen in unterschiedlichen Organisationsformen - Projektunterricht, Arbeitsgemeinschaften, Kombinationskurse im Differenzierungsbereich der Jahrgangsstufen 9 und 10, Arbeit mit den neuen Medien der Datenverarbeitung und -übertragung, bilinguale Sachfächer - verdeutlicht die Möglichkeiten und Grenzen fachspezifischer Arbeit und eröffnet Zugang zu den Gestaltungsnotwendigkeiten einer in wachsendem Maße vernetzten Welt.

Der Unterricht erfolgt in den für die Schulform vorgesehenen Fächern auf der Basis der geltenden Richtlinien und Lehrpläne. Kooperation mit zwei benachbarten Gymnasien sichert das umfassende Fächerangebot in der Oberstufe. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Besonderheiten der im gymnasialen Bildungsgang zusammengefassten Schulstufen versteht sich die Hildegardis-Schule bewusst als Einheit, deren schulischer Abschluss die Erlangung des Abiturs als Allgemeiner Hochschulreife - unter Einschluss des Angebots des bilingualen Bildungsganges sowie der Doppelqualifikation Abitur/baccalauréat - bildet.

disciplina

Wissenschaftspropädeutischer Unterricht erfordert ein besonders akzentuiertes Lernen, das durch Systematisierung, Methodenbewusstsein, Problematisierung und kritische Distanz gekennzeichnet ist. Im Unterricht der Sekundarstufe I stehen dabei zunächst elementare und vereinfachte Verfahren im Vordergrund. "Lernen lernen" als durchgängiges Unterrichtsprinzip kennzeichnet das Selbstverständnis der Hildegardis-Schule als "Haus des Lernens"; es betrifft das Beschaffen und Ordnen von Informationen, ihre zielgerichtete Auswahl, die Planung eigener Arbeitsvorhaben, die Gliederung des Arbeitsprozesses sowie die übersichtliche und die Erfordernisse der jeweiligen Fachsprachen berücksichtigende Aufbereitung und Darstellung von Ergebnissen. Ebenso erforderlich ist die Schulung grundlegender Fähigkeiten wie Konzentration, Ausdauer und Belastbarkeit sowie die Bereitschaft, die Auseinandersetzung mit Problemen auch gegen sachimmanente Lernwiderstände anzugehen. Die Kenntnis grundlegender wissenschaftlicher Verfahrens- und Erkenntnisweisen sowie ihrer jeweiligen Möglichkeiten und Grenzen bildet ein wesentliches Element wissenschaftspropädeutischen Lernens in der Sekundarstufe II.

bonitas

Als "Haus des Lernens" ist die Hildegardis-Schule nicht nur Stätte systematischer Wissensvermittlung und -aneignung, sondern zugleich Ort des humanen Umgangs der verschiedenen Glieder der Schulgemeinde miteinander. Im Rahmen des Unterrichts und außerunterrichtlicher Veranstaltungen, zu denen auch gemeinsame schulische Feiern zählen, sollen die Schülerinnen und Schüler soziale und kulturelle Erfahrungen sammeln, sich mit ihnen auseinandersetzen und sie in übergreifende Zusammenhänge einordnen lernen. Auf diese Weise wird es ihnen ermöglicht, Urteils- und Handlungskompetenz zu entwickeln und ein zunehmend differenziertes individuelles Selbst- und Weltverständnis zu gewinnen. Der Aufbau einer mündigen Persönlichkeit zur Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung ist ohne die Entwicklung der sozialen Kompetenz nicht zu denken. Dies erfordert die Förderung von Verhaltensweisen, die Schule als Stätte humanen Miteinanderlebens sichern, wie z.B. Höflichkeit im Umgangsstil, Bereitschaft zur gewaltfreien Regulierung von Konflikten, Engagement für Schwächere und Toleranz gegenüber der Überzeugung anderer, aber auch grundlegend und umfassender eine ethische Orientierung, wie sie in der Vermittlung demokratischer Grundwerte, in der Auseinandersetzung mit der eigenen und mit fremder Religion, durch ästhetische Bildung, durch Umwelt-, Friedens- und Sexualerziehung gegeben wird.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. November 2009 um 14:53 Uhr